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Nur eine Tablette...

führte dazu, dass ich bis zum 6. Lebensjahr praktisch taub war. Erst dann konnte mein Hörvermögen durch eine Operation einigermaßen hergestellt werden.
Ich hatte noch Glück. Andere blieben taub, vielen fehlen Arme und Beine. Knapp die Hälfte der Conterganopfer sind inzwischen an Schäden der inneren Organe gestorben.
Die folgenden Seiten sollen informieren und daran erinnern, dass die Opfer noch heute auf eine angemessene Entschädigung warten.

Dr. Stephan Meyer

AKTUELL

Am 31.8.2012 hat sich die Firma Grünenthal anlässlich der Einweihung eines Denkmales für die Contergan-Opfer erstmals "entschuldigt".
Nach über 50 Jahren kommt die Entschuldigung zwar reichlich spät, aber immerhin - so könnte man denken.
Die Begründung für den Zeitpunkt aber ist schon abenteuerlich: Das jahrzehntelange Schweigen des Pharmakonzerns sei „als Zeichen der stummen Erschütterung zu sehen“, die das Schicksal der Opfer bei dem Unternehmen bewirkt habe.
Angesichts der Vorgeschichte und des permanenten - bis heute anhaltenden Leugnens der Verantwortung durch den Konzern - fühle ich mich durch diese Aussage veralbert und nehme diese Entschuldigung für meine Person nicht an.

Im Juli 2012 hat eine australische Geschädigte (Lynette Rowe) mehrere Millionen Dollar Schmerzensgeld von einem Gericht in Melbourne zugesprochen bekommen. Das Urteil ist rechtskräftig. Im Rahmen einer Sammelklage gegen den damaligen Vertreiber wurden den australischen Conterganopfern knapp 100 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen. Die Prozessakten und erhobenen Beweise belegen, dass Grünenthal schon bei der Markteinführung von Contergan von möglichen Nebenwirkungen und Fruchtschäden wusste. In mehreren Ländern haben daher Verhandlungen von Opferverbänden mit den damaligen Lizenznehmern von Thalidomid begonnen. Einzig der Hersteller selbst - Grünenthal in Deutschland - verweigert sich weiterhin und verweist auf den gerichtlichen Vergleich aus dem Jahre 1971.

Durch ein neues Conterganstiftungsgesetz sind nun die Schwerstgeschädigten finanziell erheblich besser gestellt worden. Das ist zwar großartig, aber bezahlt wird aus Steuergeldern. Der Bund wird dafür 120 Mill. € im Jahr aufwenden. Die Grünenthal-Eignerfamilie Wirtz dagegen gehört mit einem Milliardenvermögen zu den Superreichen in Deutschland. So ist alles wie gehabt. Gewinne werden privatisiert - Verluste und Schäden berappt der Bürger.