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LEISTENBRUCH

Leistenbruch beim Kind

Mein Kind hat einen Leistenbruch – Was tun?

Was ist eigentlich ein Leistenbruch?
Ein Leistenbruch ist eine Lückenbildung der normalerweise geschlossenen Bauchdecken im Bereich der Leiste.
Zu dieser Lücke kommt es, weil durch eine Entwicklungsstörung in der Embryonalzeit die zunächst natürliche Ausstülpung der Bauchhöhle (des Bauchfells) in der Leiste bestehen bleibt. Durch diese Bruchlücke entsteht eine Verbindung der Bauchhöhle zum Leistenkanal. Der Leistenkanal bei Mädchen enthält eines der Gebärmutterbänder. Bei Jungen laufen Samenstrang und Blutgefäße durch den Leistenkanal und versorgen die Hoden. Beim Bruch kann es zur Verlagerung von Bauchinhalt, z. B. Darmschlingen in den Leistenkanal kommen. Der Leistenbruch ist bei Säuglingen und Kleinkindern eine recht häufige Störung. In 50 Prozent der Fälle zeigt sich der Leistenbruch schon im ersten Lebensjahr. Er tritt bei Mädchen 4-mal seltener auf als bei Jungen. Der Leistenbruch zeigt sich besonders oft auf der rechten Seite.

Wie stelle ich einen Leistenbruch fest?
Eine weiche Schwellung in der Leistengegend, die sich wegdrücken lässt, ist ein recht zuverlässiges Zeichen für einen Leistenbruch. Husten, Niesen, körperliche Anstrengung unter Einsatz der Bauchmuskulatur oder Pressen beim Stuhlgang lassen die Schwellung deutlich hervortreten oder im Bereich der Leiste tastbar werden. Meist verursacht der Leistenbruch keine Schmerzen oder nur ein leichtes Ziehen bei körperlicher Belastung.
Starke Schmerzen treten jedoch auf, wenn in der Bruchlücke ein Stück des Darmes oder andere Organe eingeklemmt werden. Die Schmerzen gehen dann oft mit Übelkeit und Erbrechen einher. Ist der Darm eingeklemmt, kann ein Darmverschluss folgen. In diesem Falle ist eine sofortige Operation erforderlich, da möglicherweise Lebensgefahr droht.

Wie wird die Diagnose gesichert?
In weitaus den meisten Fällen reicht eine körperliche Untersuchung durch den Arzt aus. „Technische“ Untersuchungsverfahren wie Ultraschall- oder gar Röntgenaufnahmen sind fast nie erforderlich und verängstigen das Kind unnötig.

Wie und wann wird ein Leistenbruch behandelt?
Ein eingeklemmter Leistenbruch muss sofort ärztlich behandelt und operiert werden. Eine "Selbsthilfe" ist nicht möglich. Wird der eingeklemmte Leistenbruch nicht sofort chirurgisch behandelt, kann das eingeklemmte Gewebe absterben. Es kommt dann zum Darmverschluss und zur Bauchfellentzündung.
Auch ein nicht eingeklemmter Leistenbruch muss – wenn auch nicht notfallmässig - operiert werden, da er sich niemals von selbst zurückbildet. Eine Behandlung ohne Operation ist nicht möglich. Durch den vom Leistenbruch verursachten Blutstau (sekundäre Varikozele) kann es zu Schädigungen des Hodens und späterer Zeugungsunfähigkeit kommen. Auf die Gefahr der Einklemmung wurde schon hingewiesen, die Wahrscheinlichkeit hierfür beträgt insgesamt 12%. Die meisten Einklemmungen (70%!) kommen übrigens im ersten Lebensjahr vor. Gerade daher müssen auch Säuglinge so bald als möglich operiert werden. Ein „Zuwarten und Beobachten“ hat hier, ganz im Gegensatz zum Nabelbruch, keinen Sinn und kann sogar gefährlich werden.
Die Operation wird in der Regel ambulant und in Vollnarkose durchgeführt. Das Kind kann in diesem Fall noch am gleichen Tag nach Hause entlassen werden. Bei Säuglingen unter 12 Monaten ist allerdings nach der Narkose eine 24stündige stationäre Beobachtung erforderlich. Ab dem 13. – 14. Lebensmonat können ambulante Narkosen ohne erhöhtes Risiko angewandt werden.

Wie wird die Operation vorgenommen?
Durch einen Schnitt in der Leiste wird der Leistenkanal eröffnet, der so genannte Bruchsack wird vom Samenstrang (bei den Buben) oder vom Gebärmutterband (bei Mädchen) abgelöst und eröffnet, der Bruchinhalt in die Bauchhöhle zurückverlagert, der Bruchsack abgetragen und an der Innenseite der Bauchdecke (dem inneren Leistenring) verschlossen. Manchmal werden noch zusätzliche Verstärkungsnähte für die Bauchdecke angelegt. Danach wird die Operationswunde wieder schichtweise verschlossen. Die Haut wird „fortlaufend“ genäht, so dass der Faden nach einer Woche völlig schmerzfrei entfernt werden kann. Die Anwendung der minimal invasiven (endoskopischen) Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) ist bei Operationen kindlicher Leistenbrüche nicht angezeigt, ebenso wenig wie die bei Erwachsenen häufig durchgeführte Implantation eines Kunststoffnetzes zur Bauchwandverstärkung.

Was muss nach der Operation beachtet werden?
Die Kinder erholen sich nach dem Eingriff gewöhnlich sehr rasch und sind meist am zweiten Tag schon völlig „fit“. Die Wunde sollte nicht mit Wasser in Berührung kommen, körperliche Auseinsetzungen mit Freunden oder Geschwistern müssen gemieden werden. Ob daher ein Kindergartenbesuch vor der Fadenentfernung möglich ist, sollte im Einzelfall entschieden werden. Sportliche Tätigkeit kann nach vier Wochen wieder begonnen werden.

Welche Komplikationen kann es geben?
Keine Operation ist ganz ohne Risiko. Allerdings sind Komplikationen bei kindlichen Leistenbruchoperationen ausserordentlich selten und kommen kaum häufiger als in etwa 1% der Fälle vor. Die wichtigsten Komplikationen sind die Nachblutung oder ein großer, eventuell operationspflichtiger Bluterguss, eine Infektion (Eiterung der Wunde), Narbenstörungen und Schädigung des Samenstranges mit Einschränkung der späteren Zeugungsfähigkeit. Auch ein Wiederauftreten des Bruches nach der Operation ist möglich.




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