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Leistenbruch bei Erwachsenen

Ich habe einen Leistenbruch – was tun?

Was ist eigentlich ein Leistenbruch?
Ein Leistenbruch ist eine Lückenbildung der normalerweise geschlossenen Bauchdecken im Bereich der Leiste. Durch diese Lücke tritt Inhalt der Bauchhöhle (Fettgewebe, Darm, etc.) nach außen.
Entgegen weit verbreiteter Meinung entsteht ein Leistenbruch nicht durch körperliche Belastung oder Anstrengung. Man „hebt“ sich keinen Bruch, wenngleich er oft bei Anstrengung das erste Mal verspürt wird. Ursache ist vielmehr eine angeborene Verteilungsstörung der Kollagenfasern vom Typ I und III. Bestimmte Aktivitäten spielen dabei keine Rolle.

Wie stelle ich einen Leistenbruch fest?
Eine weiche Schwellung in der Leistengegend, die sich wegdrücken lässt, ist ein recht zuverlässiges Zeichen für einen Leistenbruch. Husten, Niesen, körperliche Anstrengung unter Einsatz der Bauchmuskulatur oder Pressen beim Stuhlgang lassen die Schwellung deutlich hervortreten oder im Bereich der Leiste tastbar werden. Meist verursacht der Leistenbruch keine Schmerzen oder nur ein leichtes Ziehen bei körperlicher Belastung.
In frühen Stadien kann es durch Nervenirritationen zu starken Schmerzen kommen, die in den Hoden ziehen. Daher suchen viele Patienten zunächst erstmal einen Urologen auf. Starke Schmerzen entstehen, wenn in der Bruchlücke ein Stück des Darmes oder andere Organe eingeklemmt werden. Die Schmerzen gehen dann oft mit Übelkeit und Erbrechen einher. Ist der Darm eingeklemmt, kann ein Darmverschluss folgen. In diesem Falle ist eine sofortige Operation erforderlich, da möglicherweise Lebensgefahr droht.

Wie wird die Diagnose gesichert?
In weitaus den meisten Fällen reicht eine körperliche Untersuchung durch den Arzt aus. „Technische“ Untersuchungsverfahren wie Ultraschall- oder gar Röntgenaufnahmen sind nur selten erforderlich.

Wie und wann wird ein Leistenbruch behandelt?
Ein eingeklemmter Leistenbruch muss sofort ärztlich behandelt und operiert werden. Eine "Selbsthilfe" ist nicht möglich. Wird der eingeklemmte Leistenbruch nicht sofort chirurgisch behandelt, kann das eingeklemmte Gewebe absterben. Es kommt dann zum Darmverschluss und zur Bauchfellentzündung.
Auch ein nicht eingeklemmter Leistenbruch muss – wenn auch nicht notfallmässig - operiert werden, da er sich niemals von selbst zurückbildet. Eine Behandlung ohne Operation ist nicht möglich. Die Operation wird in der Regel ambulant und wahlweise in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt.

Wie wird die Operation vorgenommen?
Durch einen Schnitt in der Leiste wird der Leistenkanal eröffnet, der so genannte Bruchsack wird vom Samenstrang (bei Männern) oder vom Gebärmutterband (bei Frauen) abgelöst und in die Bauchhöhle zurückverlagert. Die Bruchlücke wird durch Auflage und Einnaht eines Kunststoffnetzes (OP nach Lichtenstein) oder eines sogenannten "Plugs" ("Plug and mesh") verschlossen. Bei kleinen Brüchen und jungen Menschen kann auch die Versorgung des Bruches ohne Netz (Methode nach Shouldice) vorgenommen werden. Im Einzelfall wird eine Drainage für etwa 2 Tage eingelegt.

Was muss nach der Operation beachtet werden?
Generell wird körperliche Schonung für 3 – 4 Wochen empfohlen. Ansonsten gibt es kaum Einschränkungen. Mit schmerzhaften Beschwerden muss die ersten Tage gerechnet werden.

Welche Komplikationen kann es geben?
Keine Operation ist ganz ohne Risiko. Allerdings sind Komplikationen bei Leistenbruchoperationen selten und kommen in etwa 1 – 2 % der Fälle vor. Die wichtigsten Komplikationen sind die Nachblutung oder ein großer, eventuell operationspflichtiger Bluterguss, eine Infektion (Eiterung der Wunde), Narbenstörungen und Schädigung des Samenstranges und des Hodens mit Einschränkung der Zeugungsfähigkeit. Es kann zu Entzündungen des Hodens (Orchitis) mit sterker schmerzhafter Schwellung und Schmerzen kommen. Auch ein Wiederauftreten des Bruches nach der Operation ist möglich.
Problematisch können chronische Nervenschmerzen in der Leiste werden, die zu erheblichen Beieinträchtigungen führen können. Je eher die Behandlung erfolgt, desto besser!
Leichte belastungsabhängige Beschwerden in der Leiste sind mit 20% der Fälle häufig und dauern bis zu einem Jahr nach der Operation.




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